Die erste klimaneutrale Zahnarztpraxis Österreichs

2025 Ordination und Zinshaus Dr Wirth Wien
2025 Oridnation Wirth Wien2
2025 Oridnation Wirth Wien
2025 Ordination Wirth Wien
2025 Ordination Wirth Technik

Kategorie
HKLS-Gebäudetechnik

Zeitraum
2024-2025

Leistungen
Planung, Bauüberwachung, Abnahme

Leistungsdaten
Geothermie-Bohrung, Wärmepumpe, Pufferspeicher, Deckenheizung/kühlung, Photovoltaik

Standort
Wien

Unserem Kunden war es ein Anliegen, seinen Betrieb komplett auf Erneuerbare Energie umzustellen. Die erste klimaneutrale Zahnarztpraxis Österreichs kann seit 2025 mittels Tiefenbohrung in Kombination mit Wärmepumpe und Photovoltaik sowohl beheizt als gekühlt werden. 

In den kommenden Jahren soll auch der Rest des gemischt Zinshauses angeschlossen werden. 
Das Ziel: der vollständige Ausstieg aus fossilen Brennstoffen und eine zukunftsfähige Versorgung mit erneuerbarer Energie. 

Eine besondere Herausforderung ergibt sich aus der gemischten Nutzung des Gebäudes: ein Gastronomiebetrieb im Erdgeschoß, die Arztpraxis des Eigentümers im ersten Stock und in den oberen Stockwerken befinden sich Wohnungen. Trotz dieser komplexen Zusammensetzung strebt der Eigentümer eine vollständige Anschlussquote an. Hinzu kommen begrenzte Platzmöglichkeiten für Tiefensonden sowie für die Aufstellung von Luft-Wärmepumpen. Aufgrund dieser Herausforderungen soll die Dekarbonisierung in mehreren Phasen umgesetzt werden. 

In einem ersten Schritt wurden bereits 2022 fünf Wohnungen im vierten Stock auf Luft-Wärmpumpe umgerüstet und mit einer Fußbodenheizung ausgestattet. Im Frühjahr 2025 begann die Dekarbonisierung der Arztpraxis, die zusammen mit einer Wohneinheit das gesamte erste Stockwerk einnimmt. Die Wärmeversorgung wird durch eine zentrale Erdwärmepumpe mit Tiefensonden (Leistung 20 kW) gewährleistet. Dank eines Mini-Bohrgeräts konnte man durch die enge Einfahrt in den kleinen Innenhof gelangen, wo acht Tiefensonden mit einer Tiefe von jeweils 50 m gebohrt wurde. Die Wärmeabgabe erfolgt im 1. Stock über die bestehenden Heizkörper, sowie einer Heiz-Kühldecke. 

Weiters wurden Decken-Gebläse Konvektoren für die Entfeuchtung im Sommer eingebaut. Das Platzangebot für die Tiefensonden im Innenhof reicht jedoch nur für die Versorgung des ersten Stockwerks aus. Daher sind für die abschließende Phase und die Dekarbonisierung des Erdgeschoßes sowie des zweiten und dritten Stockwerks weitere Bohrungen im eigenen Vorgarten und bei Bedarf auch auf öffentlichem Grund, dem Gehsteig, geplant. 

Gemeinsam mit thermischen Sanierungsmaßnahmen wie einem Fenstertausch auf eine Drei-Scheiben-Verglasung soll die vollständige Dekarbonisierung des Objektes spätestens vor der Heizsaison 2027/2028 abgeschlossen werden. Unterstützt wird das neue Energiesystem bereits heute durch eine Photovoltaikanlage mit 15 Kilowatt-Peak auf dem Dach.